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Weltgästeführertag

15. Weltgästeführertag 2004

Pressemitteilung

15. Welttag des Gästeführers
Kostenlose Führungen am 21. Februar 2004
Motto: "Berlin und die Bildung"

Der Weltgästeführertag jährt sich 2004 zum 15. Mal.

In mehr als 20 Ländern auf vier Kontinenten weisen Gästeführer mit Aktionen und professionellen Führungen auf die kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung ihrer Arbeit hin.

Der "Bundesverband der Gästeführer in Deutschland e.V.", dessen Gründungsmitglied Berlin ist, hat den 15. Welttag bundesweit unter das Thema: "Bildung" gestellt.

"Bildung" wird nicht erst seit PISA heiß diskutiert in Berlin: Die vom Verband der Berliner Stadtführer e.V. ausgewählten Schauplätze und Themen zeigen die kolossale Bedeutung der Bildung für die Entwicklung der Stadt und die Brisanz, die das Thema für die Berliner Politik und Gesellschaft zu fast allen Zeiten besaß.

Zugleich rufen die Stadtführer anläßlich dieses Tages zu Spenden für eine Gedenktafel zu Ehren von James Simon auf. Der Berliner Mäzen und Industrielle Simon (1851-1932) verstand "Bildung" als umfassende Förderung des Menschen - soziales Engagement für Kinder und Schulen gehörte ebenso dazu wie die Unterstützung der Staatlichen Museen, denen Simon ganze Sammlungen schenkte, u.a. auch eins der berühmtesten Werke, die Nofretete. Im Dritten Reich wurde die Erinnerung an ihn aufgrund seiner jüdischen Herkunft getilgt.

Wir freuen uns, daß die Bürgermeisterin von Charlottenburg-Wilmersdorf - wo Simon zuletzt lebte -, Monika Thiemen, das Vorhaben unterstützt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (Berlin) begleitet das Thema des Welttages mit einem eigenen Vortrag zu den gegenwärtigen Problemen der Bildung in Deutschland.

PROGRAMM - FÜHRUNGEN "Berlin und die Bildung"

Termin:
Sonnabend, 21. Februar 2004
jeweils um 11.00 und 14.00 Uhr
ohne Anmeldung
Dauer:
ca. 1,5 - 2 Stunden

1. Wie Berlin "gebildet" wurde...
Führung:
Maren Richter

"Selten findet man hier einen Menschen, der die Bücher liebt", so klagte ein Gelehrter im 16. Jahrhundert über Berlin. Auf der Führung suchen wir Orte auf, an denen nicht nur Bücher sehr geschätzt wurden. Orte, an denen sich Neues entwickelte: Kloster, Akademie, aufklärerische Vereinigungen, Universität und Museum. Und was die Bildung in Berlin mit der Bildung von Berlin zu tun hat, können Sie ebenfalls bei diesem Rundgang erfahren.

Treffpunkt:
Nordseite der Klosterkirche (Ruine)
U-Bhf. Klosterstr., Berlin-Mitte

2. "Wo Villen sind, ist auch ein Weg": die Freie Universität in Dahlem
Führung: Catharina Clemens

Die Geschichte Dahlems als Heimstatt von Bildung und Wissenschaft begann im Kaiserreich: Die Ansiedlung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft etablierte das Villenviertel als "deutsches Oxford". Im Blockadejahr 1948 wurde als Reaktion auf die politische Instrumentalisierung der Universität Unter den Linden eine neue Hochschule im amerikanischen Sektor gegründet, deren freiheitliche Orientierung nicht nur im Namen, sondern auch in der Architektur erkennbar sein sollte: der Campus als Netz von Instituten in den leerstehenden Dahlemer Villen, ergänzt um moderne Gebäude und durchzogen von Grünanlagen - anstelle des Prinzips der "Kasernierung. Zwanzig Jahre später wurde die FU zur Keimzelle der Studentenbewegung um Rudi Dutschke, dessen Grab sich in Dahlem befindet.

Treffpunkt:
Vor der Buchhandlung Struppe & Winckler
am U-Bhf. Thielplatz

3. Wo Bismarck ins Kloster ging...
Führung: Dr. Jeannette Malin-Berdel

Beim Rundgang auf dem Gelände des ehemaligen Franziskaner-Klosters in Berlin Mitte wird die Geschichte des 1574 gegründeten Gymnasiums zum Grauen Kloster dargestellt, an der auch der spätere Reichskanzler Otto von Bismarck 1832 sein Abitur bestand. Nach Bomben-zerstörung der Gebäude 1945 wurde der Unterricht in der Weinmeisterstraße fortgeführt. 1958 wurde von Walter Ulbricht der Name "Graues Kloster" verboten. Die Tradition der Schule wurde 1962 nach dem Mauerbau auf das Evangelische Gymnasium in Wilmersdorf übertragen. Heute gibt es Bestrebungen die Tradition des Grauen Klosters, humanistische Bildung im christlichen Sinne, im Rahmen der neuen Stadtplanung "Planwerk Innenstadt", durch eine Tochtergründung am historischen Ort wiederzubeleben.

Treffpunkt: Eingang der Klosterkirche (Ruine),
U-Bhf. Klosterstr.
Berlin-Mitte

4. Die literarischen Salons des 18. und 19. Jahrhunderts
Führung: Anna Haase

Die Salons gelten noch immer als die klassischen Bildungs- und Kulturorte. In den europäischen Metropolen trafen sich Literaten, Künstler, Politiker und Bürger zum Austausch der Gedanken menschlichen Lebens und menschlicher Gesellschaft. So auch in Berlin. Frauen waren die Erfinderinnen der Salons. Die "Salonnieren" organisierten und prägten die Treffen. Zugleich ermöglichte ihnen der Salon politischen und kulturellen Einfluß und Zugang zum öffentlichen Leben. Die Geschichte der Salons ist eine der spannendsten Geschichten von der Emanzipation der Frau.

Mit Besuch des Museums Knoblauchhaus.

Treffpunkt:
Schillerdenkmal
Gendarmenmarkt
Berlin-Mitte

5. Schulen in der Luisenstadt: "Rheinisch in der Platte,
Türkisch zwischen alten Backsteinen"
Führung: Johann-Christian Jodock

Ein Gang durch die Bildungslandschaft eines der ältesten Stadtteile Berlins, der durch die Mauer geteilt war. Vom alten Köllnischen Gymnasium über das Museum "Kindheit und Jugend - Schulmuseum" geht es zu einer Schule am früheren Todesstreifen, die jetzt geschlossen wird. Nach der City-Grundschule, einem alten Plattenbau, mit Kindern von Neu-Berlinern, finden sich in der Kreuzberger Luisenstadt Lehranstalten, mit einem ungewöhnlich hohen Anteil an Schülern und Schülerinnnen, die nicht muttersprachlich deutsch aufgewachsen sind. Problem und Lösungsansätze, Gemeinsamkeiten und Gegensätze prägen diesen Rundgang.

Treffpunkt:
U-Bhf. Märkisches Museum
Berlin-Mitte
am Fahrstuhl oben

6. Schulen und ihre Entwicklung in Berlin
Führung: Anneliese Globig

Eine Vielzahl von Bildungseinrichtungen gab es im im historischen Klosterviertel im alten Berlin - diesseits der Spree, aber auch jenseits, wie in Neu-Kölln am Wasser. Nach einem kleinen "Bildungsspaziergang" erwartet uns in der Wallstraße das aus dem Schulmuseum hervorgegangene "Museum für Kindheit und Jugend", das 200 Jahre Kindheitsgeschichte in Deutschland lebendig werden läßt. Von besonderem Interesse für uns ist dabei die Ausstellung "Berliner Schulkinder vor 100 Jahren. Wie lebten und lernten sie?" Im letzten Museumsraum, dem Skriptorium, können die Erwachsenen anschließend selbst wieder zum Schulkind werden und sich mit Griffel oder Federkiel an den eckigen Buchstaben der alten deutschen Schrift versuchen. Mit Besuch des "Museums für Kindheit und Jugend".

Treffpunkt:
gegenüber dem Eingang der Klosterkirche (Ruine)
U-Bhf. Klosterstr.
Berlin-Mitte

7. Wilhelm und Alexander von Humboldt
Führung: Hannelore Fobo

"Der wahre Zweck des Menschen...ist die höchste und proportionierlichste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen" (Wilhelm von Humboldt). "Überblick der Natur im Großen, Beweis von dem Zusammenwirken der Kräfte, Erneuerung des Genusses, welche die unmittelbare Ansicht der Tropenländer dem fühlenden Menschen gewährt, sind die Zwecke nach denen ich strebe" (Alexander von Humboldt). Ein bemerkenswertes Brüderpaar - Wilhelm, geboren 1767, und der zwei Jahre jüngere Alexander. Sie werden in eine Zeit hineingeboren, die den Menschen als eigenverantwortliches selbständig handelndes Individuum entdeckt und die über die Aufklärung zu einem Zeitalter der Bildung führt, zu deren herausragenden Vertretern sie in Preussen werden. Die Führung stellt wichtige Institutionen vor, die mit ihrem Wirken verbunden sind und leitet ihre Gedanken in die Gegenwart.

Treffpunkt:
Eingang der Humboldt-Universität
Unter den Linden
Berlin-Mitte

8. "Ick gloob nur, wat ick sehe...": Kunst und Wissenschaft rund um die Museumsinsel
Führung: Wolfgang Bleck-Schneider

Waren Kunst, Kultur und Wissenschaft früher ein Privileg Weniger, so wurde im Verlauf der Jahrhunderte immer mehr davon auch dem "einfachen" Berliner zugänglich. Häuser wurden gebaut um Ausstellungen zu zeigen, Akademien wurden gegründet und es wurde gelehrt, gelesen und gezeigt, aber auch gespielt und gesungen. Vieles davon geschah auf der Muse-umsinsel oder in unmittelbarer Nähe. Besuchen wir zusammen die Orte, an denen der Berliner das Schauen, Staunen und das Lernen lernte.

Treffpunkt:
Eingang Staatsratsgebäude
Schloßplatz
Berlin-Mitte

9. Vortrag: Gegenwärtige Probleme der Bildung in Deutschland

Vortrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Ref.: Günter Haas) anläßlich des Welttags der Gästeführer (Teilnehmerzahl beschränkt auf 25)

Achtung:
Nur um 11.00 Uhr

Treffpunkt:
BM für Forschung und Technologie
Hannoversche Str. 30,
Berlin-Mitte


PRESSEMITTEILUNG
Januar 2004

15. Weltgästeführertag: Führungen zum Thema "Bildung" in ganz Deutschland

Der deutsche Weltgästeführertag (WGT), der als International Tourist Guide Day (ITGD) seit 14 Jahren in etwa 50 Gästeführerorganisationen weltweit am 21. Februar durchgeführt wird, ist ein Tag, an dem die allgemeine Öffentlichkeit eingeladen ist, die Arbeit von geschulten und im Bundesverband der Gästeführer in Deutschland (BVGD) organisierten Gästeführern und Gästeführerinnen kennen zu lernen. Er dient dazu, das Profil der Guides zu schärfen sowie die Aufmerksamkeit von Institutionen, Mitbürgern und Medien auf die Qualität, den Wert und die Vielfalt ihrer Angebote zu lenken.

Im vergangenen Jahr registrierte der BVGD etwa 13.000 Besucher, die an den WGT-Führungen von 36 Mitgliedsvereinen teilgenommen hatten. In diesem Jahr beteiligen sich 40 Vereine an der Aktion - mehr als jemals zuvor. Sie bieten ein umfassendes Programm mit über 100 Führungen und Einzelveranstaltungen rund um das Thema "Bildung" an - und das völlig kostenfrei!

Ein gesonderter Folder informiert über die Bandbreite der Gratisführungen und Veranstaltungen, die rund um den 21. Februar 2004 stattfinden werden.

Da in diesem Jahr der 21. Februar auf das Faschingswochenende fällt, haben sich viele Vereine für ein abweichendes Datum (davor oder danach) entschieden.

Von der Ostsee (Schwerin) bis nach Bayern (Altmühltal) - von der Mosel (Trier) bis an die Elbe (Dresden) reicht der Aktionsradius der aktiven Mitglieder, die das nicht erst seit der PISA-Studie heiß diskutierte Thema "Bildung" auf verschiedene Weise beleuchten: historisch, kulinarisch, poetisch, geistlich, sinnlich, praktisch, pädagogisch, musikalisch, malerisch und und und ...

Die Führungen richten sich an die breite Öffentlichkeit, wobei auch Sonderaktionen für Blinde, körperlich Behinderte, Gehörlose und Kinder nicht fehlen dürfen.

Jeder Mitgliedsverein trägt zum Gelingen des WGT mit großem personellem Einsatz bei, und auch Institutionen und Bildungseinrichtungen öffnen unentgeltlich ihre Türen! Der Weltgästeführertag erfüllt damit zwei wichtige Funktionen: Einerseits stellen sich die Guides unentgeltlich zur Verfügung, um ihre Stadt, Region oder Landschaft neu erlebbar zu machen, andererseits ist der WGT aber auch das passende Instrument, um Verantwortliche und Entscheidungsträger im Tourismus und der Lokalpolitik auf die Arbeit der Gästeführer und Gästeführerinnen aufmerksam zu machen und sie für Kooperationen zu gewinnen.

Anna Haase
Weltgästeführertag 2004

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